Fortbildung in La Foa

Während für Karine unsere Reise Urlaub ist, handelt es sich für mich um eine berufliche Weiterbildung. So waren wir heute beim Stamm Oua Tom, um uns mit dem traditionellen melanesischem Justizsystem vertraut zu machen. Unser Führer Luis erläuterte uns, dass das französische Recht nur bis zu den Grenzen des Gebietes des Stammes Geltung hat, innerhalb des Stammesgebietes nur das mündlich überlieferte Recht Geltung hat (ob das dogmatisch ganz präzise ist?). Jedenfalls: Das jüngste Kind erbt, Scheidung ist verboten, bei Heirat schließt sich die Frau dem Stamm des Mannes an. Steuern zahlt man im Stamm nicht, Straßen und die Kapelle werden vom französischen Staat und der EU bezahlt (Luis, lächelnd: das ist normal, ihr haltet uns seit 150 Jahren kolonialisiwrt).

Das Foto zeigt das Gebäude, in dem Rat gehalten wurde. Direkt davor ist ein langer, schräger Holzstamm, an dem die Strafe vollstreckt wurde: Der Missetäter wurde festgebunden und vom Dorf aufgepeitscht. Bei Kapitalverbrechen dagegen die schnelle Variante: Kopf ab. Gefängnisse sind, so Luis, Zeit- und Geldverschwendung. Anwalt dürfte hier entsprechend auch ein 9 to 5 job sein…

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